Aarau bleibt auch beim Pinkeln cool

Die Aktion «Aarau bleibt cool» wird um eine attraktive Aktion reicher:
Ab sofort wird die Gewalt in öffentlichen Pissoirs weggepinkelt.


Marcel Suter

Die Zunahme von Gewalt im öffentlichen Raum ist offensichtlich, die Schlagzeilen der Medien jagen sich, häufig wird das Phänomen auf Jugendgewalt verkürzt. Die Sache ist indessen komplexer, die Formen von Gewalt sind zahlreich: Schlägereien, nicht selten in Zusammenhang mit Alkoholkonsum, sexualisierte Gewalt und Vandalismus sind ein Ausschnitt aus der Palette. Die Situation in Aarau hat sich in den vergangenen Jahren verschlimmert.

Als Resultat aus dem «Runden Tisch gegen Gewalt im öffentlichen Raum», der von verschiedenen Organisationen getragen wird und unter der Leitung von Stadtrat Lukas Pfisterer steht, wurden seit Anfang September 2007 verschiedene Massnahmen zur Bekämpfung der Gewalt im öffentlichen Raum durchgeführt. Am 1. September wurde die Aktion mit einem Start-Event in der Aarauer Innenstadt lanciert. Auf einer mobilen Plakatwand sind bislang Hunderte von Fingerabdrücken zur Bekundung der Solidarität mit der Aktion «Aarau bleibt cool» angebracht worden. Mit einem Flyer wurde das Thema erklärend in alle Aarauer Haushalte getragen und zum Saisonstart liessen das Jugendhaus Flösserplatz und das Jugendkulturhaus KiFF die Aarauer Erklärung gegen Gewalt verlesen und mehrfach kommunizieren. Mit einem Pin am Revers sieht man derzeit viele Aarauerinnen und Aarauer für den Kampf gegen Gewalt «weibeln». Das mobile Plakat wanderte bisher vom Rathausfoyer, zur Jungbürgerfeier, in die Stadtbibliothek und ins Kath. Pfarrhaus.

Zweite Welle mit Werbe-Gag
Thermoaktive Kleber in öffentlichen Pissoirs sollen ab sofort und sozusagen als Steigerung der «Kampf-Massnahmen» gegen Gewalt eine zusätzliche Wirkung bringen. Die Gewalt wird im wahrsten Sinne des Wortes weggespült. Mit dem warmen Urin werden auf dem Kleber in der Schüssel Logo und Schriftzug «Aarau bleibt cool» sichtbar, um sich nach entsprechender Abkühlung wieder zu neutralisieren. Angebracht werden die Kleber in allen öffentlichen Pissoirs, in den Schulhäusern und in Turnhallen, im Bahnhof, den Kulturhäusern und Sportstätten. Im weiteren werden die Wirtinnen und Wirte in der Stadt mit dem Kleber bedient, verbunden mit dem Wunsch, diese als Zeichen der Solidarität zu «montieren».

Mit der Aktion werden logischerweise die Männer angesprochen. «Insbesondere die jugendlichen, möglicherweise gewaltbereiten Männer sollen auf diese nicht alltägliche und coole Art und Weise angesprochen werden», erklärt Projektleiter und Jugendkoordinator Daniele De Min. Zeitungsberichte und Flyer werden nicht allseits beachtet, auf die Toilette müssen aber sicher alle!



Weitere Massnahmen folgen
Die Aktion «Aarau bleibt cool» wird von Veranstaltern und Organisationen getragen, so sieht es das Konzept vor. Das mobile Plakat wird in den nächsten Wochen weiter wandern und in den Aarauer Kinos werden Dias auf das Ziel aufmerksam machen. Vorgespräche mit dem FC Aarau laufen, um ein Heimspiel des FCA als Plattform für «Aarau bleibt cool» zu nutzen; mit dieser Einstellung dem Gegner Punkte auf faire Art und Weise abzunehmen und den Slogan unter die Fans zu bringen ist das Ziel. Weitere Informationen zur Aktion sind auf der Homepage www.aaraubleibtcool.ch zu finden.


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